Der größte Engpass bei traditionellen Verpackungen liegt in der Druckvorstufeneinrichtung. Die Herstellung von Polymerplatten für jedes neue Design ist nicht nur teuer, sondern verlängert auch den Produktionszyklus um Tage.
Die digitale Single-Pass-Technologie macht physische Druckplatten überflüssig. Durch die direkte Zufuhr von Designdateien aus der digitalen RIP-Software an hochpräzise Druckköpfe können Bediener innerhalb von Sekunden zwischen verschiedenen Aufträgen wechseln. Für Startups und Kleinserien im Verpackungsbereich bietet sich die kompakte Technologie an.
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Digitaldruck grundsätzlich langsamer sei als herkömmliche mechanische Druckmaschinen. Während Mehrpass-Flachbettdrucker den Druckkopf über das Substrat hin und her bewegen, bleibt bei Einpass-Maschinen die Druckkopfanordnung stationär, während die Wellpappe auf einem Förderband schnell darunter hindurchläuft.
Ausgestattet mit fortschrittlichen Mehrkopf-Arrays (wie z. B. industriellen HP A3- oder Ricoh-Druckköpfen),
Der Direktdruck auf Wellpappe birgt besondere physikalische Herausforderungen – vor allem Verformungen und variable Dicken. Herkömmliche Walzen quetschen oft die Wellen (E-Welle, B-Welle oder verstärkte C-Welle) und schwächen so die Stabilität des Kartons.
Um dem entgegenzuwirken, verfügen moderne Single-Pass-Digitaldruckmaschinen über segmentierte Waben-Vakuumsaugtische und duale Unterdrucksysteme. Diese Merkmale fixieren verzugsanfällige Kartonagen (von 1,0 mm bis 6,0 mm) während des Druckvorgangs absolut plan, schützen die Druckköpfe vor Beschädigungen und gewährleisten gleichzeitig eine randlose Farbregistrierung.
Da die Markenindividualisierung immer mehr zum Standard wird, müssen Verpackungshersteller sich anpassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Umstieg auf den digitalen Single-Pass-Druck bedeutet nicht mehr nur die Anschaffung neuer Maschinen, sondern eine strategische Neuausrichtung hin zu mehr Agilität, null Plattenkosten und nachhaltiger Kleinserienproduktion.